Lukas Weißhaidinger - Zahlen & Fakten auf einen Blick

 

LUKAS WEISSHAIDINGER – FACTSHEET 2018:

Zur Person:

Alter: 26 Jahre (geboren am 20.2.1992 in Schärding)

Größe: 1,97 m

Gewicht: 147 kg

Wohnort: Wien/23; Taufkirchen an der Pram/OÖ

Trainingsort: BSFZ Südstadt (eigener Raum für Krafttrainingsgerät, Halle mit Kraftraum, Wurfplatz im Freien – dazu Massage, Ernährung etc.);

Trainer: ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler, Assistenz: Josef Schopf

Verein: ÖTB-OÖ

Sportliche Erfolge: EM-Dritter Berlin 2018, Olympia-Sechster Rio 2016, WM-Neunter London 2017, 8 Teilnahmen bei Diamond-League-Meetings (u.a. Zweiter in Lausanne 2016, Dritter in Brüssel 2016, Vierter in Shanghai 2017, Fünfter in Stockholm und Paris 2018), Rang 5 beim Diamond-League-Finale 2018, Sieger beim ISTAF-Meeting in Berlin 2016 und beim ISTAF-Indoor 2017, ÖLV-Rekordhalter, 3-facher österreichischer Staatsmeister;

Persönliche Bestleistung: 68,98 m (Österreichischer Rekord, Pfingstsportfest Rehlingen/GER, 20.05.2018);

Saisonbestleistung: 68,98 m (Pfingstsportfest Rehlingen/GER, 20.05.2018) zum Vergleich: Ende Mai 2017 lag Lukas Saisonbestleistung bei 65,75 m; die Bestleistung des Rio-Olympiasiegers Christoph Harting liegt unter dem ÖLV-Rekord – in der Jahres-Weltbestenliste ist Lukas nach wie vor die Nummer 4 (hinter Fedrick Dacres/JAM 69,67 m, Andrius Gudzius/LTU 69,57 und Daniel Stahl/SWE 69,11);

 

  • Saisonbilanz 2018 im Überblick:

 

  • 18 Starts
  • 8 Siege (3 im Ausland: Santa Cruz/SPA, Rehlingen/GER Göteborg/SWE, fünf in Österreich: Schwechat, Ried, Linz, Klagenfurt, Andorf), bis zum letzten Meeting in Zagreb lag der Durchschnittswert von Lukas bei über 65 m, am Ende fiel er auf 64,80. Das ist um gut 2 Meter weiter als im Vorjahr, diese Marke erreichen nicht einmal eine Handvoll Athleten.
  • Platz 4 in der aktuellen Jahres-Weltbestenliste (1. Daniel Stahl/SWE 69,72 m - am 26. August 2018 im schwedischen Eskilstuna aufgestellt; 2. Fedrick Dacres/JAM 69,67 m; 3. Andrius Gudzius/LTU 69,59; 4. Lukas Weißhaidinger/AUT 68,98 m - siehe Top-10 weiter unten);
  • 3 Ö-Rekorde
  • 3 Würfe über 68 Meter;
  • Rang 5 beim Diamond-League-Finale;
  • Erste Medaille bei einem Großereignis - EM-Bronze in Berlin mit 65,14 Metern - geschlagen nur von Weltmeister Andrius Gudzius (LTU/68,46 m) und Vize-Weltmeister Daniel Stahl (SWE/68,23).

 

  • Saisonbilanz:

          ÖLV-Sportdirektor und Coach Gregor Högler formuliert es so:

  • Wir haben alle Ziele erreicht – Lukas hat seinen ÖLV-Rekord (aufgestellt am 1. August 2015 in Schwechat/67,24 m) in diesem Jahr bereits 3 Mal (um insgesamt 1,74 m) verbessert; die Qualifikation fürs Diamond-League-Finale Ende August in Brüssel ist als 6. ebenfalls bereits geschafft (die besten 8 nach 4 Qualifikations-Meetings sind qualifiziert, LW war bei 3 der 4 Meetings eingeladen, erreichte zwei fünfte und einen siebenten Rang, macht insgesamt 10 Punkte), vorläufiger Höhepunkt: Platz 3 und EM-Bronze in Berlin (mit 65,14 m) - die erste Medaille für Luki bei einem Großereignis;
  • Platz fünf (mit der mehr als respektablen Weite von 65,66 m) beim Diamond-League-Finale in Brüssel war ein würdiger Abschluss eines Super-Jahres. Luki hat sich den Urlaub nach mehr als 11 Monaten Training mehr als verdient.

 

  • Alle (Freiluft-) Starts 2018 - 18:

10.03.: European Throwing Cup Leiria/POR: 6. Platz, 61,82 m (Sieger: Stahl/SWE 66,81);

15.04.: Einladungs-Wettkampf Santa Cruz/SPA: 1. Platz, 68,21 m (neuer österr. Rekord);

08.05.: Werfer-Testmeeting Schwechat: 1. Platz, 66,10 m;

20.05.: Pfingstsportfest Rehlingen/GER: 1. Platz, 68,98 m (österreichischer Rekord im 5. Versuch, davor im 3. zwischenzeitlicher Rekord mit 68,57 m, Olympiasieger Christoph Harting belegte Rang 2);

31.05.: Diamond League Rom/ITA: 7. Platz, 64,16 m (Sieger: Dacres/JAM 68,51);

10.06.: Diamond League Stockholm/SWE: 5. Platz, 66,25 m (Sieger: Dacres/JAM 69,67/Jahresweltbestleistung);

12.06.: Golden Spike Ostrava/CZE: 4. Platz, 64,55 m (Sieger: Gudzius/LTU 66,30);

15.06.: Austrian Top-Meeting Ried: 1. Platz, 65,55 m;

17.06.: Austrian Top-Meeting Linz: 1. Platz, 63,92 m;

30.06.: Diamond League Paris/FRA: Platz 5 mit 64,44 m (u.a. vor den Top-3 der WM 2017 Andrius Gudzius/LTU, Daniel Stahl/SWE, Mason Finley/USA, Sieger: Dacres/JAM 67,01);

18.07.: Gala die Castelli Bellinzona/SUI, Platz 2, 64,50 m (Sieger: Gudzius/LTU 66,78)

21.07.: ÖLV-Staatsmeisterschaften, Klagenfurt, 1. Platz, 64,53 m;

28.07.: Austrian Top-Meeting Andorf, 1. Platz, 65,57 m;

07.08.: EM 2018 Berlin, Rang 11 in der Qualifikation, 62,26 m;

08.08.: EM 2018 Berlin, Rang 3 im Finale und EM-Bronze, 65,14 m (Sieger: Gudzius/LTU 68,46 m);

18.08.: Folksam-Grand-Prix in Göteborg/SWE, 1. Platz, 65,37 m;

31.08.: Diamond-League-Finale in Brüssel/BEL, 5. Platz, 65,66 m (Sieger: Dacres/JAM 68,67 m);

04.09.: IAAF-World-Challenge, Zagreb/CRO, 2. Platz, 64,50 m.

 

  • Top-10 im IAAF-World-Ranking, Diskuswerfen, Männer (Stand: 05.09.2018):

 

  1. Daniel Stahl (SWE)                                  69,72 m (26.08., Eskilstuna/SWE)
  2. Fedrick Dacres (JAM)                               69,67 m (10.06., Stockholm/SWE)
  3. Andrius Gudzius (LTU)                             69,59 m (10.06., Stockholm/SWE)
  4. Lukas Weißhaidinger (AUT)                 68,98 m (20.05., Rehlingen/GER)
  5. Ehsan Hadadi (IRI)                                  68,85 m (12.04., Chula Vista/USA)
  6. Reggie Jagers (USA)                                68,61 m (24.06., Des Moines/USA)
  7. Traves Smikle (JAM)                                67,72 m (20.01., Kingston/JAM)
  8. Christoph Harting (GER)                          67,59 m (18.05., Schönebeck/GER)
  9. Mason Finley (USA)                                 67,06 m (24.06., Des Moines/USA)
  10. Martin Wierig (GER)                                66,98 m (18.05., Schönebeck/GER)


 

  • Die härtesten (europäischen) Gegner – Einschätzung Gregor Högler:

 

Andrius Gudzius/LTU: 26 Jahre, holte 2017 im August in London zur Überraschung aller den ersten WM-Titel für Litauen (seit 2005, Helsinki, Virgilijus Alekna), setzte sich mit der Winzigkeit von zwei Zentimetern vor Daniel Stahl (SWE) durch. Stellte in London mit der Siegerweite von 69,21 m auch eine neue persönliche Bestleistung auf. Kurios: Mit dem Siegerwurf war der Litauer gar nicht so zufrieden…

Gudzius ist in diesem Jahr das (europäische) Maß aller Dinge und holte erwartungsgemäß EM-Gold. Von den bislang 10 weitesten Würfen dieser Saison gehen nicht weniger als sechs auf das Konto des Weltmeisters. Seine neue persönliche Bestleistung steht bei 69,59 m. In der aktuellen Diamond-League-Wertung hält er bei 22 Zählern, nur der Jamaikaner Fedrick Dacres hat mit 25 Punkten noch mehr gesammelt (das liegt daran, dass Gudzius zuletzt in Paris nur Zehnter wurde, weil er den Wettkampf direkt aus dem Training heraus bestritt, um in Berlin bzw. dann beim Diamond-League-Finale in Brüssel wieder in Top-Form zu sein). Bei der EM in Berlin gelang dem Litauer der Siegeswurf im sechsten und letzten Versuch, letztlich distanzierte er Rivalen Daniel Stahl um ganze 23 Zentimeter.

Daniel Stahl/Swe: 25 Jahre alt (wird am 27. August 26), 2010 belegte er bei der Junioren-WM in Kanada Rang 27, 2011 bei der Junioren-EM Platz 20, freilich im Kugelstoßen. Dann erst entschied sich Daniel für den Diskus. Ist bei 2,00 m Körpergröße mit deutlich über 150 kg der schwerste Athlet, wirft sehr kraftvoll, weniger technisch. Der Schwede, er startet für Sparvägens FK, führte 2016 und 2017 die IAAF-Jahres-Bestenlisten an und gewann im Vorjahr die Diamond-League. Bei der WM in London 2017 führte er bis zum vorletzten Durchgang, musste sich Gudzius am Ende um ganze 2 Zentimeter geschlagen geben. Silber in London war zugleich sein erstes Edelmetall bei einem Großereignis, bei Olympia in Rio versäumte er noch das Finale (drei Wochen später warf Stahl bei einem Wettkampf in Sollentuna/SWE Jahres-Weltbestleistung). PB: 71,29 m (Juni 2017, Sollentuna). Bei der EM in Berlin gab's ein Dejavu - Stahl wurde von Weltmeister Gudzius im letzten Versuch um 23 Zentimeter abgefangen, musste sich mit Silber zufrieden geben.

Christoph Harting/D: 27, 2,07 m, aus Cottbus, Beruf: Polizist, trat vor zwei Jahren aus dem Schatten seines älteren Bruders Robert, seines Zeichens Diskus-Olympiasieger 2012. Christoph holte in Rio 2016 überraschend mit dem sechsten und allerletzten Wurf Olympia-Gold (68,37 m, immer noch persönliche Bestleistung), musste für seinen exzentrischen Auftritt bei der Siegerehrung bzw. sein Schweigen bei der internationalen Medienkonferenz viel Kritik einstecken. Der Wahlberliner ist von der Arm-Spannweite aufgrund seiner Größe im Vorteil, verfügt auch über eine sehr ausgereifte Technik! In seiner Heimat Berlin gab's für den Polizeimeister (Dienstrang) einen herben Rückschlag, kam schon in der Qualifikation das Aus. Persönliche Bestleistung: 68,37 m (Rio 2016).

Robert Harting/D: 33, Große 2,04 m, geboren in Cottbus, als ältester Sohn von Gerd und Bettina Harting, der Vater war auch Diskuswerfer, die Mutter Kugelstoßerin. Im Jahre 2009 schrieb Robert deutsche LA-Geschichte, als er bei der Heim-WM im Olympiastadion in Berlin mit seinem allerletzten Wurf (auf 69,43 m) den bis dahin führenden Piotr Malachowski noch abfing und Gold holte. Damals wurde sein Siegerjubel – das Zerreißen seines Wettkampf-Shirts – zum Markenzeichen. Mit Rang 3 bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg (am 21. Juli 2018) sicherte sich der Olympiasieger von London 2012, 3-fache Welt- und 2-fache Europameister, den Startplatz für die EM 2018. Extra zur EM erschien eine Micky-Maus-Ausgabe mit RH als Comic-Figur, an der TV-Fernseh-Dokumentation „Sechsviertel“ zum Abschluss seiner Karriere wird seit Monaten intensiv gearbeitet. Bei seinem letzten großen internationalen Auftritt musste sich der Superstar letztlich mit dem sechsten EM-Rang zufrieden geben - nicht ganz das, was der 33-Jährige sich insgeheim erhofft hatte.

Robert, der seit 2014 (seit EM-Gold) in Zürich keinen großen Wettkampf mehr gewann, und an zahlreichen Verletzungen laborierte, beendet mit September, genauer mit dem ISTAF-Meeting in Berlin, seine LA-Karriere . Besondere Probleme machte ihm seit Jahren das rechte Knie, im Frühjahr riss die Quadrizepssehne – eine Operation hätte das vorzeitige Heim-EM-Aus bedeutet.

Piotr Malachowski/Pol: 35, 1,97 m, Ex-Europameister (Amsterdam 2016) und Ex-Weltmeister (Peking 2015), 2-facher Olympia-Silbermedaillengewinner (2008, 2016) – die Silberne von Rio versteigerte er für die Behandlung eines krebskranken Kindes, Piotr ist hilfsbereit, offen, und galt lange Zeit als „Mister Konstanz“ unter den Diskus-Weltklasse-Athleten, landet bei (fast) jedem wichtigen Wettkampf unter den Top-3. Bei der WM 2017 in London musste sich der Pole (er startet für den Klub Slask Wroclaw) mit Rang fünf begnügen, bei der EM 2018 in Berlin schied er ohne gültige Weite in der Qualifikation aus. PB: 71,84 m (2013).