EM-Medaille Nr. 3 - warum eigentlich nicht?
Vize-Europameister Lukas Weißhaidinger verrät seine Ziele für 2026
Seit Mitte Dezember wohnen Diskus-Vize-Europameister Lukas Weißhaidinger, Lebensgefährtin Hanna und Tocher Lola im neuen Haus, seit Oktober ist das Training wieder voll angelaufen. Der neue Trainingsraum bewährt sich. Im ersten Interview des Jahres wagt der 33-jährige Oberösterreicher einen Ausblick auf das Jahr 2026.
Wie zufrieden bist du mit dem Rutsch ins neue Jahr? Oder genauer gefragt: Wie hektisch war der Umzug ins neue Haus, wie verliefen die Feiertage bzw. wie zufrieden bist du mit dem Training?
Lukas Weißhaidinger: "Wir genießen den neuen Wohnraum, finden uns immer besser zurecht. Lola schläft brav. Und mit dem Training bin ich auch wirklich zufrieden. Alles läuft nach Plan. Ich bin - ehrlich gesagt - gar nicht gewöhnt, das Krafttraining in einem geheizten Raum absolvieren zu können. Das macht echt Spaß und minimiert das Verletzungsrisiko. Ich bin jedenfalls voll motiviert, freue mich aufs Jahr 2026 - sportlich wie privat."
Wie sehen deine sportlichen Ziele aus?
Weißhaidinger: "Das Vorjahr war privat extrem fordernd - mit der Geburt von Lola, mit dem Hausbau und der Pendlerei zwischen OÖ und dem BSFZ Südstadt. Dazu kam, dass ich ausgerechnet bei der WM in Tokio im Finale - bei strömenden Regen - ausgerutscht und auf dem Allerwertesten gelandet bin. Ich hätte mir ein besseres Saisonfinale gewünscht. 2026 wird es jedenfalls ruhiger werden. Natürlich kann auch im kommenden Jahr ein Sturz passieren, ich hoffe aber, dass ich dann noch Gelegenheit habe, diesen Sturz auszumerzen. Das war ja bei der WM nicht möglich... Aber ich konnte relativ schnell über dieses Hoppala lachen. Punkto (Schuh-) Material war ich in Tokio benachteiligt. Der 9. Rang war letztlich o.k., es gibt Schlimmeres, aber natürlich habe ich mir mehr erwartet und ich hatte auch durchaus das Gefühl, dass bei trockenen Bedingungen mehr möglich gewesen wäre. Durch den Schnürlregen war ich letztlich chancenlos. Aber genug der Rückschau: 2026 will ich in Birmingham bei der EM meine Silbermedaille von Rom verteidigen, und einmal mehr beweisen, dass ich zu den Besten zähle. Zwei EM-Medaillen - in Silber und Bronze - habe ich schon, in Birmingham könnte ich EM-Medaille Nummer drei holen. Bis zur EM im August möchte ich möglichst viele Wettkämpfe bestreiten, zwischen 10 und 15, hoffentlich auch alle Diamond-League-Meetings. Deshalb werde ich die Saison mit zwei, drei Testwettkämpfen in Schwechat eröffnen. Je weiter ich dort werfe, desto eher wird es mit den Einladungen für die internationalen Meetings klappen. Idealerweise schaffe ich schon im Mai Weiten über 69 m. Das wäre das erklärte Ziel."
Bei welchen Meetings in Österreich wird man dich sehen können?
Weißhaidinger: "Ich werfe bekanntermaßen sehr gerne in Österreich - meine Starts in St. Pölten, Eisenstadt, Taufkirchen und Andorf sind so gut wie fix. Auch bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck wird man mich aller Voraussicht nach sehen können. Der Rest wird sich in den nächsten Wochen ergeben. Ich freue mich, mehr als letztes Jahr am Start zu sein. Und die Saison 2026 ist definitiv auch schon der erste Schritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles."
Wirst du in der Zukunft die meiste Zeit zu Hause in Oberösterreich trainieren?
Weißhaidinger: "Bis März trainiere ich größtenteils in Taufkirchen, ab März wird man mich dann wieder verstärkt in der Südstadt mit Trainer Gregor Högler antreffen. Gemeinsam gilt es am technischen Feinschliff zu arbeiten und natürlich ist auch das medizinische Umfeld in der Südstadt besser, Regeneration inbegriffen. Diese Intensiv-Betreuung will ich in der Wettkampfphase bestmöglich ausnützen."

